Individuelle Private Hotelkonzepte – Welche Vorteile haben diese?

Viele private und individuelle Hotels arbeiten sehr erfolgreich und erzielen öfters auch eine höhere Durchschnittsrate und RevPar als einige Kettenhotels. Dies ist nicht ganz überraschend, da die Gäste das persönliche und individuelle öfters mehr mögen und dafür bereit sind auch einen höheren Zimmerpreis zu bezahlen.

Nicht von ungefähr sind solche Hotels oder kleinere Gruppen für Hotelketten sehr interessant. Wie Mama Shelter und 25Hours, die tolle Hotelkonzepte ausgearbeitet haben und erfolgreich arbeiten. Auch die Hotelketten hoffen, dadurch ein anderes Klientel zu erreichen und höhere Umsätze zu erzielen mit einer besseren Durchschnittsrate.

Wieso mögen die Gäste die individuelle Hotelkonzepte mehr? Relativ einfach, auch wenn viele immer nur über technischen und IT Ideen für Gäste im Hotel sprechen, ist es immer noch so, dass diese doch gern den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern im Hotel haben. Sie möchten Fragen stellen (wo sie dorthin kommen, wo sie wollen), Empfehlungen für Restaurant und Bars vom Personal erfahren, die auch in der Stadt wohnen und generell sich informieren wollen.

Den Gästen ist es doch wichtiger persönlich betreut zu werden als ein Check In oder die Rechnung mit einer App zu bezahlen. Die Individualität und persönliches Verhalten im Hotel werden von Gästen honoriert und es auch wichtiger als ein Brand einer großen Kette auf dem Dach.

Durch die diversen Möglichkeiten sich als Privat Hotel gut und erfolgreich zu vermarkten (eigene gute Webseite und IBE, Meta Search und die OTA’s) können diese Hotels sich gut auf dem Markt etablieren.

Was auch öfters zu sehen ist, dass private Hotels öfters besser als Ketten oder Gruppenhotels bewertet werden. Mit den guten Bewertungen und ein höheres Ranking (z.B. bei TripAdvisor)  können die Hotels auch eine Höhere Durchschnittsrate verlangen und auch erhalten.

Es ist natürlich verständlich, dass Inhaber die eigenen Hotels, oder anteilig, an Ketten verkaufen. Trotzdem hoffe ich, dass es weiterhin viele individuelle Hotels bleiben werden, damit die Hotellandschaft nicht zu langweilig monoton wird und die Gäste größere Vielfalt und Qualität erhalten werden.



Premier Class auf Wachstumskurs in Europa – Beitrag von Frank Tetzel

Stark auf Expansion setzt die Louvre Hotel Gruppe unter dem Label Première Classe auf dem deutschen Markt. Damit gerät der deutsche Hotelmarkt weiter in Bewegung, der in den vergangenen Jahren schon ein rasantes Wachstum hingelegt hat.

Neben neun in diesem Jahr übernommenen Hotels, stehen weitere 50 Akquisitionen auf der Wunschliste der Gruppe, die zum französische Immobilien-Trust Foncière des Régions gehört. Anfang des Jahres hatte die Franzosen neun Hotels der Motel One Gruppe übernommen, nun bringt Louvre Hotels diese Häuserunter dem Markennamen Première Classe auf den deutschen Markt.

Louvre Hotels-CEO Pierre-Frédéric Roulot erläuterte jüngst in Düsseldorf seine Ziele und grenzte sich dabei von seinen Mitbewerbern ab. Man wolle innerhalb der nächsten drei Jahre bis zu 50 Hotels in allen relevanten deutschen Großstädten eröffnen. Neben der Übernahme weiterer Häuser plane Première-Classe auch den Bau neuer Hotels.

So entstehe derzeit am Frankfurter Flughafen eine neue Immobilie. Weitere Häuser seien unter anderem in Dresden und Essen in der Entwicklung. Durch die Übernahme der ehemaligen Motel One Immobilien in Berlin, München, Frankfurt, Schweinfurt, Kassel, Köln, Düsseldorf und Ratingen gelingt Première Classe ein schneller Markteintritt in den lukrativen deutschen Markt, ohne zunächst langwierige Plan- und Bauphasen abwarten zu müssen. Die jetzt erworbenen und umgebauten Hotels liegen überwiegend in der Peripherie der Städte und passten nach Aussage von Motel One nicht mehr in deren Portfolio.

Roulot sieht sein Unternehmen als einen direkten Mitbewerber zur Motel One Gruppe, die inzwischen 50 Häuser in Deutschland betreibt und bis 2016 eine Expansion um weitere 12 Objekte plant.

„Première-Classe befinde sich derzeit dort, wo Motel One vor fünf bis zehn Jahren stand,“ erklärt Roulot weiter die Position seiner Hotelkette. Obwohl man sich immer noch im selben Segment bewege wie Motel One, plane man nicht die Positionierung am oberen Ende. Für die Übernahme der Objekte sprach vor allem die Möglichkeit, den deutschen Markt schnell zu betreten.

Die Finanzierung der ehrgeizigen Ziele scheint für Roulot kein Problem zu sein: Nachdem die chinesische Jin Jiang Hotels die Louvre Gruppe für 1,2 Milliarden Euro von Starwood Capital übernahm, stehen bei dem Unternehmen die Zeichen jetzt auf massive Expansion Hierfür stehen derzeit entsprechende Mittel zur Verfügung. Louvre Hotels bekam vor kurzem von der chinesischen ICBC Bank für die nächsten drei Jahre eine Kreditlinie in Höhe von 2,5 Milliarden Euro eingeräumt. Damit können Wachstumspläne der Hotelkette deutlich schneller realisiert werden. Die Frage, wann Louvre Hotels denn mit einer Übernahme der Marktführerschaft im Budget-Markt rechne, ließ Pierre-Frédéric Roulot zunächst vielsagend lächelnd unbeantwortet.

Die zur französischen Louvre Hotels Gruppe gehörende Kette ist bislang vor allem in Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Staaten sowie Polen und Spanien tätig und betreibt in sechs Ländern 261 Hotels mit 18.900 Zimmern. Bereits 1989 gegründet zählt Première-Classe zu den Vorreitern der Budget-Hotellerie in Europa. Nachdem die chinesische Jin Jiang Hotels die Louvre Gruppe für 1,2 Milliarden Euro von Starwood Capital übernahm, stehen bei dem Unternehmen die Zeichen jetzt auf massive Expansion